Erdbeben
(Dynamisches Ereignisse)
Der Fachbegriff "Geotechnische Prozesse" (Geotechnical processes oder Geotechnical engineering) ist dem englischsprachigen Wirtschaftsraum entlehnt. Geotechnische Prozesse umfassen Planung und Aufschluss, Spezialtiefbauverfahren, Geräte und Materialien, Bauausführung und Unterhaltung.
Geotechnische Prozesse bilden hier auch die "Klammer" zwischen Spezialtiefbau, Deponiebau, Altlastensanierung und Wasserhaltung, insbesondere von bergbaulichen Wässern. Das Besondere am Fachgebiet Geotechnische Prozesse ist, dass es Locker- und Festgestein als Baugrund und Baustoff zum Gegenstand hat und die Voraussetzung für deren Nutzung untersucht.

Da wir sowohl Erfahrungen als Bauherr wie auch als Auftragnehmer umfänglich vorweisen können, sind uns die Schwierigkeiten sowohl bei der Entwurfsplanung wie auch bei der Bauausführung bewusst und damit gute Grundlage dafür, mitzuhelfen, geotechnische Bauwerke zu errichten, die sowohl in der aufgabengerechten Funktion und Lebensdauer wie auch in den Bau- und Betriebskosten optimiert sind.

Man muss sich also ständig vergegenwärtigen, dass die Produkte geotechnischer Prozesse maßgeblich durch den zur Verfügung gestellten Baugrund bestimmt werden. Eine nicht richtige und/oder unzureichende Beschreibung und Erfassung des Baugrundes führt zwangsläufig zu einem Produkt, bei dem nicht erwartet werden kann, dass seine Eigenschaften dem Geplanten entsprechen. Das Gleiche gilt auch, wenn das Verfahren nicht richtig angewandt, die Geräte nicht richtig eingesetzt oder wenn Materialien verwendet werden, die sich nicht für die jeweilige Aufgabe eignen. Qualitätssicherung (z. B. bei Tiefenverdichtungsverfahren) und Beweissicherung (z. B. bei Versatz und Verwahrung von Grubenbaue im Altbergbau) sind deshalb Bestandteile des geotechnischen Prozesses. Es ist angeraten, bei Erkundungsarbeiten wie auch in den Beratungen während der Bauausführung, dass alle notwendigen Zustandsparameter des Baugrundes so präzise wie möglich ermittelt bzw. übermittelt werden.
Bei den allermeisten Baugrunduntersuchungsverfahren handelt es sich um eine punkt- und/oder linienförmige Erfassung des Zustandes des Baugrundes, wie Bohrverfahren, Entnahmeverfahren, Rammsondierungen, Drucksondierungen etc. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass die Größen, die man als Ergebnisse dieser Untersuchungen erhält, keine bodenmechanischen Größen sind. Mit Hilfe von Kalibrierungen, Auswertungen von umfänglichen Feldversuchen etc. lassen sich Zusammenhänge finden, die z. B . eine Errmittling der Lagerungsdichte und/oder der Porenzahl aus Spitzendruck-, Mantelreibungs- und Porenwasserdruckprofilen einer Drucksondierung ermöglichen. Mit der Zuordnung zu gewonnenen Bodenprofilen aus Kernbohrungen, zusammengefasst in einem geotechnischen Bericht, liegen sowohl dem Planer und Geomechaniker wie auch dem Bauausführenden nunmehr Ergebnisse vor, die ihre Einschätzungen und Bewertungen für den weiteren Fortgang des geotechnischen Prozesses auf ein solides Fundament heben. Normen wie:
- DIN 4020 - Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke,
- DIN 4021 - Aufschluss durch Schürfe oder Bohrungen sowie Entnahme von Proben,
- DIN 4094 - Erkundung durch Sondierung etc.
geben den Rahmen für erforderliche Erkundungsverfahren und Umfang der Untersuchungen vor.

Bei großräumigen geotechnischen Bauwerken, insbesondere in der Bergbausanierung, stellt sich allerdings noch ein anderes, sehr bedeutendes Problem. Die Maßnahmen zur Schaffung der bodenmechanischen und/oder hydromechanischen Stabilität auf großen, unter Bergrecht stehenden, Flächen der Braunkohlensanierung Ostdeutschlands wurden durch eine Vielzahl von Messungen und Prüfungen in situ begleitet und dokumentiert. Diese punkt- und/oder linienförmigen Ergebnisse müssen zusammengefasst und auf das gesamte Sanierungsfeld (Baugrundköper) übertragen werden. Im Normalfall bedient man sich der  Methoden der Statistik und Wahrscheinlichkeitstheorie und erhält so repräsentative, signifikante Ergebnisse. Allerdings muss insbesondere bei der Bergbausanierung beachtet werden, dass die Sanierungsfelder inhomogen und anisotrop sind, Anomalien stets erwartet werden müssen. Mit Hilfe räumlicher geophysikalischer Verfahren, wie der Geoelektrik und/oder der Geoseismik etc. lassen sich Anomalien aufspüren, so dass diese Teilräume einer näheren Untersuchung unterzogen werden können, die dann die statistischen Ergebnisse sinnvoll unterstützen. Aber eignen sich die geophysikalischen Verfahren gleichsam zur Kalibrierung nicht bodenmechanischer Feldversuche? Als Anregung soll hier auf [9] verwiesen werden.

Für die Entwurfsplanung und Bewertung geotechnischer Bauwerke (Verformungs-, Spannungs-, Komsolidationsberechnungen, Sicherheitsnachweise etc.) stehen die Programmsysteme und deren Modifikationen zur Verfügung:
- FEEREPEGT (erweitert und modifiziert), FEMDIS, [18]
- PLAXIS, Plaxis B.V., Delft, Niederlande
- FLAC, Intasca Consulting Group, Inc., Minneapolis, Minnesota, USA
- MATHCAD, Mathsofts Engineering and Consulting, Inc.
La Conchita, California, 1995; 350 m lang, 120 m breit,
1.300.000 cbm Volumen
Photo by R.L. Schuster, U.S. Geological Survey
Photos by Boulanger, UC Davis
Geotechnische Prozesse
Errichtung des Los Vaqueros Damms, California, USA,
Auftrag des rip-rap auf die upstream-Böschung
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Links:
Nach oben.
Belastungs-Verformungs-Diagramm von verschiedenen
Betonpfahlarten (Verformung des Betonpfahlkopfes),
[10]
Links: CPT, Spitzendruck (pc) Verhalten (am Meßpunkt p): pc als Funktion der Teufe und der Zeit, pc=f(h,t), r=const.;
Rechts: CPT, Spitzendruck (pc) Verhalten (im Feld), pc als Funktion des Ortes und der Zeit; pc =f(h,r,t), h=const.
[9]
Erdrutscharten,
click hier
Das Desaster von Nachterstedt
Hydraulischer Grundbruch
&
 Grundbruch